Zins und Zinseszins sind die stärkste Kraft des Universums.

Albert Einstein (14.03.1879 – 18.04.1955), deutscher Physiker

Es ist nicht bewiesen, dass der berühmte Physiker dies genau so gesagt hat. Anderen Quellen zufolge hätte er gesagt, Zins und Zinseszins seien die bedeutendste Erfindung der Menschheit, oder aber das achte Weltwunder.

Wie dem auch sei, es besteht kein Zweifel daran, dass Zins und Zinseszins – oder einfacher gesagt: die Zinsen – in unserem Leben eine wichtige Rolle spielen. Sie bestimmen maβgeblich, was wir uns leisten können, und damit unseren Lebensstandard, sowohl heute als auch für den Rest unseres Lebens.

Doch worum geht es genau?

Kümmern wir uns vorerst nicht um den Begriff „Zins und Zinseszins“, sondern sehen wir uns einmal an, was man ganz allgemein unter Zinsen versteht.

Wenn wir unser Geld auf einem Sparbuch oder auf einem Bankkonto anlegen, wenn wir das Geld also einer Bank zur Verfügung stellen, wird uns diese Bank dafür Zinsen zahlen. Aus unserer Sicht sind dies Guthabenzinsen.

Wenn wir jedoch bei einer Bank Geld leihen, sind wir es, die dafür der Bank Zinsen zahlen müssen. Dies sind Schuldzinsen, auch Sollzinsen genannt.

Um zu verstehen, weshalb Zinsen gerechtfertigt sind – und warum sie im Laufe der Zeit steigen oder sinken können – müssen wir uns vor Augen halten, dass Geld eine Ware ist wie jede andere auch, und dass es deshalb ebenfalls dem Gesetz von Angebot und Nachfrage unterliegt.

Nehmen wir an, ein groβes Unternehmen will eine neue Fabrik bauen. Um diesen Bau zu bezahlen, braucht es mehr Geld, als es in der Kasse hat. Das Unternehmen schafft also eine Nachfrage nach Geld.

Wo kann es sich dieses Geld besorgen? Nun, bei den Sparern, die über Geld verfügen, das sie im Augenblick nicht benötigen, und die deshalb bereit sind, es für eine gewisse Zeit jenen zur Verfügung zu stellen, die sofort Geld brauchen. Die Sparer schaffen als ein Angebot an Geld.