Miteigentümer eines der weltberühmten multinationalen Unternehmen zu werden, ist relativ einfach. Die überwiegende Mehrheit dieser Unternehmen haben die Rechtsform einer Aktiengesellschaft – „AG“ (société anonyme – S.A. in französischer und Public Limited Company – plc in englischer Sprache). Dies bedeutet, dass das Geld, das die Gründer dem Unternehmen bei seiner Gründung als Grundkapital zur Verfügung stellen, in Aktien eingeteilt ist.

Eine Aktie ist eine Urkunde, die die Gründer als Gegenleistung für das Geld erhalten, das sie dem Unternehmen zur Verfügung stellen, und die ihr Eigentum an einem Teil des Unternehmens und eine Reihe weiterer Rechte darstellt. Der Inhaber einer Aktie wird Aktionär genannt. Ein Unternehmen kann einem einzigen Eigentümer / Aktionär gehören, der dann alle Aktien besitzt, oder auch mehreren Aktionären, die jeweils nur einen Teil der Aktien des Unternehmens erhalten, je nachdem, wieviel Geld sie diesem zur Verfügung stellen.

Ein Aktionär ist nicht verpflichtet, seine Aktien bis ans Ende seiner Tage zu behalten. Er kann sie auch an Dritte verkaufen. Das ist unsere Chance, selber Miteigentümer eines Unternehmens zu werden, und zwar indem wir diese Aktien, diese Eigentumsrechte, kaufen – die wir unsererseits wiederum später verkaufen können, wenn wir wollen.

Eine zweite Möglichkeit, Aktionär eines Unternehmens zu werden, besteht darin, sich an einer Kapitalerhöhung eines Unternehmens zu beteiligen. Eine solche Kapitalerhöhung wird zum Beispiel durchgeführt, wenn ein Unternehmen erhebliche zusätzliche finanzielle Mittel braucht, um beispielsweise neue Produktionsanlagen zu bauen oder neue Produkte zu entwickeln. Das Unternehmen sucht dann nach neuen Investoren, die bereit sind, ihm Geld zur Verfügung zu stellen und Mitinhaber des Unternehmens zu werden. In diesem Fall gibt das Unternehmen neue Aktien heraus, die diese Investoren im Gegenzug für ihre Investition erhalten. Die sehr großen multinationalen Unternehmen haben inzwischen jeweils einige Hunderttausend Aktionäre.

Die Aktien können über die Börse gekauft und verkauft werden – vorausgesetzt, die Aktien des betreffenden Unternehmens werden an einer Börse gehandelt. Dies ist nicht automatisch der Fall.

Ein Unternehmen muss an einer Börse einen Antrag stellen, ihre Aktien zum Börsenhandel zuzulassen und einen Preis dafür zu ermitteln. Wird eine Aktie zum Börsenhandel zugelassen, spricht man davon, dass die Aktie „an der Börse notiert“ ist.

Der Preis einer Aktie – Kurs genannt – schwankt je nach Angebot und Nachfrage nach dieser Aktie. Angebot und Nachfrage hängen wiederum davon ab, wie die Investoren die künftige Entwicklung des betreffenden Unternehmens – und seine Chancen, Gewinne zu erwirtschaften – einschätzen.