Drei Dinge treiben den Menschen zum Wahnsinn: Die Liebe, die Eifersucht und das Studium der Börsenkurse.

John Maynard Keynes (5. Juni 1883 – 21. April 1946), britischer Wirtschaftswissenschaftler

Reich zu werden, indem man an der Börse spekuliert, ist im Prinzip eigentlich ganz einfach. Es reicht, das tu tun, was jeder gute Kaufman tut, nämlich: billig einkaufen und teuer verkaufen.

Angenommen, wir wollen in Aktien investieren. Die Auswahl an Aktien, die wir kaufen können, ist enorm. Allein an der Londoner Börse, der London Stock Exchange, können wir Wertpapiere von fast 2.500 verschiedenen Unternehmen kaufen und verkaufen. An der New Yorker Börse, der New York Stock Exchange, haben wir eine Auswahl von mehr als 8.000 Titeln. Und natürlich können wir auch an den Börsen von Frankfurt oder Paris, Tokio oder Hong Kong investieren.

Wir haben also wirklich die Wahl – und genau damit wird die Sache allmählich kompliziert: Welche Aktie kaufen?

Die Preise – Kurse – der an den Börsen gehandelten Aktien variieren ständig. Wenn wir das simple Prinzip anwenden wollen, billig zu kaufen und teuer zu verkaufen, stellt sich eine Vielzahl von scheinbar einfachen und banalen Fragen:

Welche von all diesen Aktionen ist denn nun billig? Und welche ist teuer? Nachdem der Kurs dieser Aktie nun wochenlang gesunken ist, wird er weiter sinken? Mit anderen Worten: Wird diese Aktie, die uns heute günstig erscheint, nicht morgen noch günstiger sein? Sollten wir jetzt kaufen? Oder sollten wir besser noch abwarten? Und nachdem der Kurs nun so stark gefallen ist, wird er wieder ansteigen? Und nachdem der Kurs dieser anderen Aktie nun seit Wochen kontinuierlich gestiegen ist, wird er weiter steigen? Können wir uns noch weitere Kurssteigerungen erwarten, wenn wir jetzt kaufen, oder ist es bereits zu spät?…

Ähnlich Fragen stellen sich, wenn wir Aktien besitzen und diese verkaufen möchten.