Jetzt müssen wir noch zwischen dem „Nominalzins“ und dem „Realzins“ unterscheiden.

Der Nominalzins ist der Zinssatz, der festgesetzt wird, wenn Geld bei einer Bank eingezahlt oder ein Kredit aufgenommen wird.

Wenn Sie bei einer Bank 100 Euro auf ein Sparkonto einzahlen und der Guthabenzins 5% pro Jahr beträgt, wird Ihr Guthaben nach einem Jahr auf 105 Euro angestiegen sein. Das bedeutet jedoch nicht unbedingt, dass der Wert Ihres Guthabens ebenfalls 105 Euro beträgt. Wenn im gleichen Zeitraum die Preise ebenfalls um 5% gestiegen sind, hat sich der Wert Ihres Guthabens nicht verändert, Sie können sich mit Ihrem gesparten Geld nach einem Jahr exakt die gleiche Menge an Waren und Dienstleistungen kaufen wie heute. Sie haben also nichts gewonnen, der Realzins beträgt damit 0 %. Steigen die Preise jedoch nur um 3%, so erhöht sich der Wert Ihres Guthabens um 2%, der Realzins beträgt demnach 2%. Steigen die Preise hingegen um 7%, dann können Sie sich in einem Jahr mit Ihrem gesparten Geld weniger kaufen als heute, Sie verlieren also Geld. Der Realzins ist dann negativ: -2%.

Kommen wir jetzt noch einmal auf den Begriff „Zins und Zinseszins“ zurück.

In der Regel werden die beispielsweise auf einem Bankguthaben gezahlten Guthabenzinsen auf dasselbe Konto eingezahlt und lassen so das Guthaben (auch Kapital genannt) allmählich wachsen. Auf diesen angelegten Zinsen werden nun ebenfalls Guthabenzinsen gezahlt – das ist dann der Zinseszins. Dieser führt dazu, dass das angelegte Kapital mit der Zeit immer schneller wächst.

Auf die gleiche Weise führt der Zinseszins auch dazu, dass eine Schuld immer schneller wächst, wenn der Schuldner diese nicht zurückzahlt. In der Praxis ist es jedoch üblich, dass ein Kreditnehmer seine Schuld in (meistens monatlichen) Tranchen zurückzahlt, so dass diese im Laufe der Jahre sinkt.