Deshalb besteht eine der Aufgaben der Zentralbanken – und besonders der Europäischen Zentralbank EZB – darin, mit ihrer Geldpolitik eine gewisse Preisstabilität zu gewährleisten. Damit die Zentralbanken diese Aufgabe wahrnehmen können, müssen sie die Preisentwicklung objektiv messen können. Zentralbanken und statistische Ämter tun dies, indem sie einen Index der Verbraucherpreise berechnen.
Im Euro-Raum ist dies der Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI), der auf einem Korb von 700 Waren und Dienstleistungen des täglichen Bedarfs beruht. Dazu gehören Lebensmittel und Kleider, aber auch Eintrittskarten fürs Kino oder Wohnungsmieten.
Der HVPI misst, wieviel Geld die Haushalte in der Eurozone durchschnittlich für diesen Korb von Waren und Dienstleistungen ausgeben müssen. Vergleicht man nun diese Beträge von einem Jahr zum anderen, so sieht man, wie sich die Preise entwickelt haben und kann so die Inflationsrate berechnen: den Anstieg der Preise, in %, im Laufe eines Jahres.
Umgekehrt können die Preise auch über einen längeren Zeitraum auf breiter Ebene kontinuierlich fallen: man spricht dann von Deflation.