In einer Marktwirtschaft bilden sich die Preise je nach Angebot und Nachfrage, und sie schwanken auch unter dem Einfluss von Angebot und Nachfrage. Wenn die Nachfrage nach Waren, die nur in begrenzter Menge verfügbar sind, steigt, können die Hersteller oder die Anbieter dieser Waren die Preise dafür erhöhen und trotzdem Verbraucher finden, die bereit sind, diese höheren Preise zu bezahlen. Dass die Preise für einzelne Produkte oder Dienstleistungen ab und zu steigen, ist also ganz normal.
Steigen die Preise sehr vieler Produkte und Dienstleistungen jedoch über einen längeren Zeitraum kontinuierlich an, so spricht man von Inflation. Der Begriff kommt von den lateinischen Verb ‚inflare‘ – ‚aufblasen‘ – und bringt zum Ausdruck, dass sich die Preise aufblasen.
Eine Inflation kann nicht nur durch eine steigende Nachfrage ausgelöst werden, sondern auch dadurch, dass Unternehmen steigende Produktionskosten (beispielsweise durch Lohnerhöhungen oder höhere Rohstoffpreise) auf ihre Kunden abwälzen, indem sie die Preise erhöhen. Dies ist insbesondere für jene Unternehmen relativ leicht, die kaum Konkurrenten haben.
Was sind nun die Auswirkungen der Inflation?
Wenn die Preise steigen, sinkt die Kaufkraft der Verbraucher: Mit dem gleichen Geldbetrag können sie nun weniger Waren und Dienstleistungen erwerben als zuvor. Die Inflation stiehlt Ihnen gewissermaβen einen Teil Ihrer Kaufkraft, ohne dass Sie es bemerken.
Steigen die Preise über einen längeren Zeitraum immer weiter, riskieren die Verbraucher das Vertrauen in ihr Geld zu verlieren. Sie ziehen es dann vor, anstatt zu sparen lieber „aus dem Geld zu flüchten“, indem sie es entweder in andere Währungen umtauschen oder es für materielle Güter ausgeben – was wiederum die Nachfrage nach Waren erhöht und die Preise noch schneller steigen lässt. Dieser Schneeballeffekt kann auf lange Sicht das gesamte Währungssystem zusammenbrechen lassen.