Wenn Sie sich dazu entschlossen haben, Geld in einem Investmentfonds anzulegen, so wollen Sie dies natürlich in einem „guten“ Fonds tun, der Ihnen einen attraktiven Ertrag bietet, sei es dadurch, dass der Wert seiner Anteile allmählich steigt oder er Ihnen regelmäβig Dividenden ausschüttet.
Doch wie erkennt man einen „guten“ Investmentfonds?
Jeder aufgeklärte Anleger weiβ, dass die von einem Fonds bisher erzielten Wertsteigerungen („Performance“) nicht das alleinige Auswahlkriterium darstellen sollten, denn eine gute Performance in der Vergangenheit ist niemals eine Garantie dafür, dass sich ein Fonds auch in Zukunft positiv entwickeln wird.
Es zirkulieren zahlreiche Überzeugungen, Tips, Geheimrezepte und Halbwahrheiten darüber, wie man am besten einen Investmentfonds auswählt.
Aber was hat es in der Praxis damit auf sich?
Ist ein groβer Fonds besser als ein kleiner?
Nein: Im Gegensatz zur Überzeugung vieler Anleger ist das Fondsvolumen, also die Summe der Anlagegelder, die ihm die Anleger anvertraut haben, kein Indiz für die Qualität des Fonds. Diese hängt vielmehr von der Fähigkeit des Fondsmanagers ab, diese Gelder schnell und zu günstigen Konditionen in lukrative Vermögenswerte zu investieren. Wenn die Preise auf einem Markt über einen längeren Zeitraum steigen, tendieren die Anleger dazu, mehr Geld in Fonds anzulegen, die auf diesem Markt investieren. Je mehr Anlagegelder er jedoch investieren muss, umso gröβer wird das Risiko, dass der Fondsmanager Vermögenswerte zu teuer erwerben muss. Dies gilt insbesondere für Fonds, die ihre Investitionen auf sehr spezifische Märkte konzentrieren und die deshalb nur wenig diversifiziert sind.
Ist eine groβe Fondsgesellschaft besser als eine kleine?
Nein. Die groβen Fondsgesellschaften profitieren häufig von einer stärkeren Präsenz in den Medien, sei es aufgrund teurer Werbekampagnen oder wegen ihrer breiteren Produktpalette, und sind deshalb einfach bekannter beim breiten Publikum. Die Qualität eines Fonds hängt vielmehr von der Qualität seines Managers ab, also von der Person, die für den Fonds die Anlageentscheidungen trifft. „Kleine“ Fondsanbieter verfügen ebenfalls über sehr gute Manager, die häufig stärker auf Nischenmärkte spezialisiert sind als die groβen Fondsfabriken. Im Gegenzug haben die groβen Vermögensverwalter natürlich andere Möglichkeiten, die Besten des Fachs anzuwerben.
Ist ein neuer Fonds besser als ein älterer?
Nicht unbedingt. Ein Investmentfonds wird häufig ins Leben gerufen, um von einer positiven Entwicklung auf einem bestimmten Markt zu profitieren. In den ersten Monaten nach seiner Gründung – vorausgesetzt, er schafft es, genügend Anleger anzuziehen – kann dieser so durchaus eine beeindruckende Performance erzielen. Dies bedeutet jedoch nicht, dass der Fondsmanager diese Performance über einen längeren Zeitraum oder gar über mehrere Jahre aufrechterhalten kann. Eine konstante Performance über mehrere Jahre hinweg ist jedoch der zuverlässigste Indikator für die Qualität eines Fonds.
Ist ein hoher Anteilspreis ein Zeichen für die Qualität eines Fonds?
Ganz sicher nicht. Weder der anfängliche Emissionspreis der Anteile oder Aktien des Fonds – egal ob er 50 oder 1.000 Euro beträgt – noch ihr aktueller Kurs sagt etwas über die Qualität des Fondsmanagers aus.Aussagefähiger ist da ein Blick auf die historische Entwicklung des Anteilspreises. Ein Vergleich zwischen dem Emissionspreis – also dem Preis, du dem der Fonds dem Anleger bei seinem Start angeboten wurde – und dem aktuellen Kurs der Fondsanteile zeigt, ob der Wert des Fonds seit seiner Gründung gestiegen oder gefallen ist – und das wiederum gibt Aufschluss über die Qualität des Fondsmanagements.
Wie nützlich ist ein Rating eines Investmentfonds?
Verschiedene unabhängige internationale Unternehmen wie Standard & Poor’s, Morningstar oder FERI Trust haben sich auf die Analyse und die Bewertung von Investmentfonds spezialisiert. Sie verfolgen hautnah und kontinuierlich die Performance der verschiedenen Fonds und wie konstant diese Performance bei einem bestimmten Risikoniveau ist. Die Noten („Ratings“ genannt), welche diese Agenturen an die Fonds vergeben, sind in der Tat ein interessantes Instrument, mit dem der Anleger Fonds besser miteinander vergleichen und denjenigen aussuchen kann, der am besten zu ihm passt.