Wenn Sie sich erst mal entschieden haben, Ihr Geld in einem Investmentfonds anzulegen, werden Sie sich mit einer ganzen Reihe unterschiedlicher Strukturen konfrontiert sehen: SICAV, SICAF, FCP, SICAR, SIF, OGAW…
Sich in all diesen Abkürzungen zurechtzufinden, ist leichter, als es auf den ersten Blick aussehen mag.
Jeder Investmentfonds hat einen Sitz, ein Domizil. Dieses Domizil bestimmt die Gesetzgebung, welcher der Fonds unterliegt. Da der Fondssektor in der EU mit europäischen Richtlinien geregelt ist, ist der rechtliche Rahmen in allen Mitgliedsländern der gleiche. Die Wahl des Fonds kann daher auf andere Erwägungen beruhen. Wenn Sie sich für einen Fonds mit Sitz in einem der großen europäischen Fondszentren, wie beispielsweise Luxemburg, entscheiden, können Sie sicher sein, dass der Fonds auf allen Ebenen von qualifizierten und erfahrenen Dienstleistern betreut wird.
Die zweite, wichtigere Frage, die es zu beantworten gilt, ist folgende: Ist der Fonds ein OGAW (Organismus für gemeinsame Anlagen in Wertpapieren) – gebräuchlicher ist mittlerweile die Abkürzung UCITS für den englischen Begriff undertaking for collective investments in transferable securities) oder nicht ? Ist der Fonds ein UCITS-Fonds, so heiβt dies, dass er sich an die diesbezügliche europäische Regulierung hält. Für Sie bedeutet dies, dass er sowohl eine hohe Risikostreuung als auch eine hohe Liquidität bietet. Nicht-UCITS-Fonds sind nicht gesetzlich dazu verpflichtet, dieses Niveau der Diversifizierung und Liquidität zu gewährleisten.
Sie werden auch die Wahl zwischen verschiedenen Rechtsformen haben. Diejenigen, die Sie als privater Anleger am meisten interessieren, sind die SICAV und der FCP. Die Unterscheidung ist jedoch wichtiger für den Initiator eines Fonds als für Sie als Anleger.
Wie wir in unserem Beitrag mit dem Titel „Wie investiere ich in einen Investmentfonds … und wie steige ich wieder aus?“, emittiert eine SICAV (Société d’Investissement à Capital Variable – Investmentgesellschaft mit variablem Kapital) Aktien, ein FCP (Fonds Commun de Placement) jedoch Anteile. Was Risikostreuung und Liquidität anbetrifft, macht dies keinen Unterschied.
Eine SICAF (Société d’Investissement à Capital Fixe – Investmentgesellschaft mit festem Kapital) hingegen gestattet seinen Investoren in der Regel nicht, den Fonds jederzeit zu verlassen, ihre Liquidität ist also wesentlich geringer.
Spezialfonds (Fonds d’Investissement Spécialisés – FIS) und Wagniskapitalgesellschaften (Sociétés d’investissement en capital à risque – SICAR) sind weniger reguliert und im Prinzip gut informierten Anlegern und institutionellen Investoren vorbehalten, die hohe Beträge anzulegen haben.